Sonderforschungsbereich 534 »Judentum - Christentum. Konstituierung und Differenzierung in Antike und Gegenwart« |
| Daß Politische Theologie im 20. Jahrhundert eine enorme Wirkungskraft
entfaltet hat und auch heute noch immer entfaltet, ist längst
unumstritten. Dabei scheint - nach wie vor - die Frage virulent zu sein,
wie unter den Bedingungen einer weitgehend säkularen Moderne das
Verhältnis von Theologie, Religion und Politik (neu) bestimmt werden
kann. Das von Carl Schmitt in der Weimarer Republik unter dem Namen
"Politische Theologie" lancierte Konzept ist zweifellos der wichtigste,
aber keineswegs der einzige Versuch, diese Frage zu beantworten. Die Tagung wird versuchen, zum einen die unterschiedlichen Formen und Funktionen von Politischer Theologie in den Blick zu nehmen, die sich in (zum Teil heftiger) Auseinandersetzung mit der Theorie Schmitts ausgeprägt haben; das Spektrum reicht dabei von Hugo Ball, Leo Strauss und Erik Peterson bis hin zur ,akademischen' Politischen Theologie. Zum anderen sollen aber auch solche Positionen ins Blickfeld gerückt werden, die - unabhängig von Schmitt entstanden - ebenfalls als Ausformungen einer Politischen Theologie verstanden werden können. In diesem Zusammenhang ist unter anderem nach den religiösen bzw. theologischen Grundlagen von Nationalismus, Antisemitismus und Zionismus zu fragen, die den rein säkularen Charakter dieser Ideologien zweifelhaft erscheinen lassen. Bei allen genannten Aspekten wird die auch Frage leitend sein, inwieweit das politisch-theologische Denken mit einer spezifischen Ästhetik und Rhetorik verbunden ist, die - mit Hilfe der Konzepte Ausnahme, Souveränität und Feindschaft - an einer Intensivierung und Radikalisierung des Geltungsanspruchs der eigenen Rede interessiert ist. Auf dem Symposion werden Wissenschaftler aus dem In- und Ausland vortragen und diskutieren. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Am Donnerstagabend (10. Mai) hält der Ägyptologe Jan Assmann (Heidelberg) einen Abendvortrag über »Monotheismus als Politische Theologie«. |
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Donnerstag, 10. Mai 2001 |
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| 9.30-10.00 Uhr | Jürgen Fohrmann (Bonn) Einführung |
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| 10.00-11.00 Uhr | Raphael Gross (Bochum/London) Antisemitismus und politische Theologie bei Carl Schmitt |
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| 11.00-11.30 Uhr | Kaffeepause |
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| 11.30-12.30 Uhr | Jürgen Brokoff (Bonn) Carl Schmitts Avantgardismus |
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| 12.30-14.00 Uhr | Mittagspause |
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| 14.00-15.00 Uhr | Christoph Schmidt (Jerusalem) Die theopolitische Stunde - zu Martin Bubers (jüdischem) »Begriff des Politischen« |
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| 15.00-16.00 Uhr | Gert Mattenklott (Berlin) Deutschsprachiger Zionismus und politische Theologie |
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| 16.00-16.30 Uhr | Kaffeepause |
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| 16.30-17.30 Uhr | William W. Rasch (Bloomington, Indiana) Messias oder »Katechon«? Carl Schmitts Stellung zur politischen Theologie |
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| 17.30-18.30 Uhr | Bettine Menke (Erfurt) Sprache der Ausnahme. Entscheidung - Zone (Agamben) |
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| 20.15-21.45 Uhr | Jan Assmann (Heidelberg): Monotheismus als Politische Theologie |
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Freitag, 11. Mai 2001 |
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| 9.30-10.30 Uhr | Heinrich Assel (Koblenz) Politische Theologie im akademischen Protestantismus 1914-1934 |
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| 10.30-11.00 Uhr | Kaffeepause |
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| 11.00-12.00 Uhr | Uwe Hebekus (Konstanz) »Enthusiasmus und Recht«. Figurationen der Akklamation bei Ernst H. Kantorowicz, Erik Peterson und Carl Schmitt |
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| 12.00-13.00 Uhr | Friedrich Balke (Köln) Das souveräne Leben Carl Schmitts |
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